grad der behinderung

Um den Grad der Behinderung (GdB) möglichst einheitlich beurteilen zu können, enthält die Anlage zu § 2 der Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV), die sogenannten versorgungsmedizinischen Grundsätze (VG), auch für psychische Erkrankungen  Anhaltswerte. Es ist jedoch unerlässlich, alle die Teilhabe beeinträchtigenden körperlichen, geistigen und seelischen Störungen im Einzelfall zu berücksichtigen.  In rechtlicher Hinsicht stellt die VersMedV ein sogenanntes antizipiertes Sachverständigengutachten dar, das den Behinderungsbegriff der „Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit und Behinderung“ berücksichtigt. Die VersMedV gilt seit dem Jahr 2009, zuvor galten die Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht (AHP).

Die Anhaltswerte für Erkrankungen und Behinderungen im Bereich „Nervensystem und Psyche“  finden sich in Ziff. 3 VG.  Für die in der Praxis überaus häufigen Erkrankungen wie Depressionen (z.B. depressive Episoden, rezidivierende depressive Störung), phobische Störungen (z.B. Panikstörung, Angststörung, Anpassungsstörung, Belastungsreaktion, Posttraumatische Belastungsstörung) oder somatoforme Störungen (z.B. Somatisierungsstörung, anhaltende Schmerzstörung) finden sich die Tabellenwerte in Ziff. 3.7 VG unter der Überschrift „Neurosen, Persönlichkeitsstörungen, Folgen psychischer Traumen“. In Bescheiden der Versorgungsämter bzw. auch in ärztlichen Gutachten wird häufig auch die Bezeichnung „seelische Störung“ als Oberbegriff verwendet.

Leichtere psychovegetative oder psychische Störungen bedingen danach in der Regel einen GdB von 0-20.
Stärker behindernde Störungen mit wesentlicher Einschränkung der Erlebnis- und Gestaltungsfähigkeit (z. B. ausgeprägtere depressive, hypochondrische, asthenische oder phobische Störungen, Entwicklungen mit Krankheitswert, somatoforme Störungen) bedingen üblicherweise einen GdB von 30-40.
Schwere Störungen (z. B. schwere Zwangskrankheit) mit mittelgradigen sozialen Anpassungsschwierigkeiten bedingen regelmäßig einen GdB von 50-70, schwere Störungen mit schweren sozialen Anpassungsschwierigkeiten einen GdB von 80-100.

https://ra-klose.com/leistungsspektrum/sozialrecht/gdb-psyche

Entscheidungsgründe:

Die zulässige Berufung der Klägerin ist begründet.

Die Klägerin hat Anspruch auf Festsetzung eines Gesamt-GdB von 50 mit Wirkung ab dem 7. Mai 2012.”

http://www.ra-heimbach.com/news/schwerbehinderung-depression-reizdarm-lsg-berlin-brandenburg-urt-v-7122017-l-13-sb-2217 Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 7.12.2017, L 13 SB 22/17

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Updated: 3 grudnia 2021 — 11:43

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